Geschichte

 

St. Severinus Schützenbruderschaft Calle 1658 e.V.

Geschichte

 

Wir schrieben das Jahr 1959. Schützenfest war gerade vorbei, die Nachfeier stand an. Man feierte ausgelassen. Irgendwann nachmittags holten Schützenbrüder die Reste eines Spielmannszuges - bestehend aus Pfeifen und Trommeln - zusammen. In dieser lustigen Reihe zogen sie in einem „Festzug“ ins Kelbketal etwa 200m hinters Dorf. Dort angekommen wurde der erste Vogel in Form einer Rolle Toilettenpapier mit Knüppeln abgeworfen. Erster Kompaniekönig wurde Fritz Hense. Das Kommando führte Willi Peitz aus Schürzen, kenntlich gemacht durch einige um den Hals gewickelte Bahnen Toilettenpapier. In einer „Ansprache“ stellte er fest: Wenn sich die Mescheder "Meschede-Nord" nennen, können wir uns "Calle-Süd" nennen. Die Gründungsversammlung fand noch im selben Jahr im Gasthof Schulte (Winters) statt. Die Schützenkompanie Calle-Süd war geboren.

Bis zum Jahresende 1959 traten der Kompanie 23 Mitglieder bei. Der Kompaniekönig wurde in den ersten Jahren weiterhin mit einem Vogelabwerfen ermittelt. Danach schoss man den Vogel einige Jahre mit einem Luftgewehr ab und ging dann dazu über, einen Kuchenvogel mit der Armbrust von der Stange zu holen.

Alle zehn Jahre wurde und wird ein Jubiläumsfest begangen. Bei diesem Fest wird ein Kompaniekaiser ermittelt. 1969 wurde Manfred Knoblauch der erste Kaiser, gefolgt von Dieter Schulte 1979. Geschossen wurde mit Schwarzpulver aus Vorderladergewehren, ebenso 1989, also Friedrich Bornemann Kaiser wurde. Ihm folgten 1999 Martin Eickelmann und 2009 Anton Schulte, die ihren Titel mit der Armbrust erlangten.

Die Leitung der Kompanie hatten bis 1969 die Gründer gemeinsam inne. Dann gab es eine erste Generalversammlung, auf der erstmals ein richtiger Vorstand gewählt wurde. Die Vorsitzenden waren: Franz Brüggemann, Hubert Eickelmann, Clemens Schulte und Herrmann Rickert. 1973 kam noch Willi Schulte (Winters) hinzu, der 1985 zum Ehrenkompanieführer ernannt wurde.

 

Die Kompanieführer waren:

1973 - 1985 Willi Schulte

1985 - 1988 Friedrich Bornemann

1988 - 1996 Martin Eickelmann

1996 - 1997 kommissarisch der Hauptmann Josef Böhner

1997 - 2006 Uwe Schulte

2006 - 2016 Josef Böhner

und seit 2016 Markus Wegener.

Wenige Jahre nach der Gründung einigte man sich darauf, Uniformen anzuschaffen. Diese bestanden zunächst aus einheitlichen weißen Hosen. 1965 bestellten 54 Mitglieder grüne Schützenjacken, Schützenhüte und einheitliche Krawatten. Um die Festzüge weiter zu verschönern, schaffte man in Eigenleistung 75 Holzgewehre an. Das Exerzieren musste dann auch noch geübt werden. Dies übernahm Hugo Rettler. Für die Offiziere und Hauptmänner wurden Koppel und Degen angeschafft. 1985 kamen sechs Salutgewehre hinzu. Die neue, selbst gebaute Armbrust wurde zum ersten Mal beim Oktober-, bzw. Kompaniefest 1988 eingesetzt.

 

Im Laufe der Jahre unternahm die Kompanie verschiedene Ausflugsfahrten. Unter anderem in die Lüneburger Heide 1977, „ Zwei Tage Rhein und Wiesbaden“ 1978, zur Karlsberg Brauerei nach Homburg (Saar) 1980, nach Gescher im Münsterland 1985 und nach Mainz 1993.

 

Selbstverständlich war und ist die Kompanie auch in und um unser Dorf bei verschiedenen Anlässen tätig. So unterstützten wir die Bruderschaft bei diversen Bauarbeiten an der Schützenhalle. Unsere tatkräftige Mithilfe leisteten wir u. a. bei Renovierungen der Vogelstange, übernahmen bei diversen Festen die Bewirtung, auch um die Zusammenarbeit der örtlichen Vereine zu fördern und herauszustellen.

 

Unsere eigenen Feste mussten immer mal wieder der Zeit angepasst werden. Das erste Fest, zu dem die Kompanie einlud, war 1961 eine Kinderbelustigung an der Kapelle im Kelbketal. Fortan organisierten einige Mitglieder von Calle-Süd ein Kompaniefest, an dem nur Männer teilnehmen durften. Desweiteren fand für einige Jahre eine öffentliche, jährliche Tanzveranstaltung am 2. Weihnachtstag statt. Diese Veranstaltung wurde ab 1973 zum Sommer- bzw. Caller Oktoberfest. Diese Veranstaltung wurde bis 1977 als Eintagesfete gefeiert. Ab 1978 wurde daraus eine Zweitagesveranstaltung. Dabei feierten wir am Samstagabend unser Oktoberfest und am Sonntag unser Kompaniefest mit Armbrustschießen. Die vorerst letzte Doppelveranstaltung fand 1989 statt, bevor wir wieder auf einen Tag zurückgingen. So trafen wir uns Samstag nachmittags am Gasthof Schulte (Winters), gingen in einem Festzug zur Schützenhalle, ermittelten unseren neuen Kompaniekönig und schlossen abends ein Oktoberfest an. Trotz erheblicher Investitionen seitens des Vorstandes - so wurden z.B. das „Bergland -Sextett“ aus Bayern, die Madison-Band aus Paderborn und die Hartwitten aus Eversberg engagiert - gingen die Besucherzahlen stetig zurück. Es musste etwas passieren. 1998 feierten wir dann in dieser Form das vorerst letzte Fest. 1999 stand wieder ein runder Geburtstag ins Haus. Die Kompanie wurde 40. Dieser „Runde“ wurde gebührend gefeiert. Wir beschlossen, „zurück zu den Wurzeln“ zu gehen und wieder im Kelbketal an der Kapelle zu feiern. An zwei Tagen fand ein Jubiläumsfest statt, welches von super Wetter begleitet wurde. Am Samstag ermittelten wir den Nachfolger von Friedrich Bornemann als Kaiser. Mit dem 224. Schuss wurde Martin Eickelmann neuer Kaiser. Am Sonntag folgte ein nicht weniger schöner Tag mit dem Kompaniefest.

 

Unter diesem Eindruck beschlossen wir, unser Kompaniefest wieder an der Kapelle im Kelbketal zu belassen. Bis ins Jahr 2000 fand das Kompaniefest immer im Herbst statt. Dann beschloss der Vorstand, den Termin zu verlegen. Seit 2001 findet das Kompaniefest an Pfingstsonntag statt. Es wird immer mit einem Feldgottesdienst begonnen, dem sich dann das Vogelschießen und das Fest anschließen. Da dies eine Freiluftveranstaltung ist und es im Sauerland nicht immer nur schönes Wetter gibt, musste etwas geschehen. Im Herbst 1999 erfuhren wir von einem 6 x 6 m großem Zelt, welches verkauft werden sollte. Nach mehreren Überlegungen in verschiedenen Vorstandssitzungen kauften wir dieses Zelt im Januar 2000. Das Zelt steht auch zur Vermietung bereit und wird somit oftmals genutzt.

 

Die Kompanie als "Verein im Verein" ist seit Jahrzehnten ein sehr wichtiger Bestandteil der Schützenbruderschaft. Sie bringt Leben ins Dorf und ist einer der Motoren des hiesigen Schützenwesens. Es macht großen Spaß, hier Mitglied zu sein.